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St. Georgsberg

 

Zuletzt bearbeitet am 24.01.2011

 

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einer Informationssammlung zur Geschichte von St. Georgsberg im Herzogtum Lauenburg.

 

 

 

St. Georgsberg

seit rund 1000 Jahren im Schatten Ratzeburgs

 

Die Geschichte von St. Georgsberg war immer mit der Ratzeburgs verbunden. Als Anfang des 11. Jahrhunderts das erste Kloster und die Kirche „St. Georg auf dem Berge“ errichtet wurden, stand ihr auf der Insel bereits eine slawische Burg gegenüber, dessen Namensgeber der Polabenfürst Ratibor (+1042) gewesen war. Diese Burg hatte ihren Ursprung vermutlich bereits im 9. Jahrhundert und bildet den Ursprung des heutigen Ratzeburg.

Im Zusammenhang mit der vom Erzbistum Hamburg-Bremen initiierten Missionierung der Polaben wurde die Kirche „St. Georg auf dem Berge“ errichtet. Sie ist die älteste Kirche im Herzogtum Lauenburg.

Als 1062 St. Georgsberg zum Bistum erklärt wurde, bekam diese kleine Siedlung eine politische Bedeutung, welche sie in ihrer Zukunft nicht wieder erreichen sollte. Diese Blüte war allerdings nur von kurzer Dauer, denn bereits 1066 wurden das Kloster und die Kirche wieder zerstört und deren Abt Ansverus sowie seine 18 Klosterbrüder von aufständischen Wenden ermordet.

 

 

Das Kirchspiel St. Georgsberg im Jahre 1897

Ratzeburg

 

Einhaus

 

 

Farchau

 

Fredeburg

 

Neuvorwerk

 

St. Georgsberg

 

Schmilau

 

Gretenberge

 

Marienwohlde

 

Lankau

 

Albsfelde

 

Giesensdorf

 

Harmsdorf

 

Kulpin

 

Kl. Disnack

 

Gr. Disnack

 

Buch-holz

 

Pogeez

 

Kl. Holstendorf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es sollten rund 75 Jahre vergehen bis St. Georgsberg wieder einen Platz auf der Landkarte erhielt. Kloster und Kirche wurden wahrscheinlich in den 1140er Jahren wieder aufgebaut. Dieses war allerdings nur ein Zwischenschritt zur Errichtung des Bistums Ratzeburg. 1154 ließ sich Bischof Evermod auf dem St. Georgsberg nieder. Ab 1160 wurde der Dom zu Ratzeburg errichtet und bald verlagerte sich das kirchliche Zentrum vom Berg auf die Insel. Dass Ratzeburg für die Zukunft eine bessere Ausgangslage hatte, war in ihrer besonderen geographischen Lage begründet. Ratzeburg lag zwar etwas abseits der wichtigen Handelsrouten, aber die natürliche Lage inmitten des Sees brachte eine strategische Schutzfunktion mit sich. Dieses war in den unruhigen Zeiten des Mittelalters ein wichtiger Standortfaktor.

 

Die nahe Lage zum Westufer der Insel hatte unmittelbare Folgen für St. Georgsberg. Nahezu jeder, der von Westen Ratzeburg erreichen wollte, gelangte durch den kleinen Ort. Somit wurde St. Georgsberg auch Opfer der Kriegszüge und Belagerungen welche eigentlich gegen Ratzeburg gerichtet waren.

 

Im 19. Jahrhundert veränderten die Folgen der Industrialisierung und Landflucht auch das Verhältnis von Ratzeburg zu St. Georgsberg. Obwohl inzwischen durch Dämme mit den umliegenden Ufern verbunden, begrenzte die Insellage Ratzeburgs stärkere Wachstums- und Entwicklungsmöglichkeiten. Dieses führte dazu, dass die Stadt nur an den anliegenden Ufern weiter wachsen konnte. St. Georgsberg wurde allmählich zum Vorort Ratzeburgs, in dessen Richtung sich die Stadt durch den Bau des Bahnhofes und durch die Ansiedlung von Industrie ausweitete. In dieser Konsequenz verlor St. Georgsberg auch seine Eigenständigkeit und wurde 1928 ein Stadtteil Ratzeburgs.

 

 

 

Vor 690 Jahren: Erste Erwähnung der Sandmühle

 

1322 - Am 11.11.1322 schließt das Domkapitel von Ratzeburg mit dem Knappen Hermann Pelz einen Vertrag, nach dem er seine Rechte am Gardensee gegen 2 Mark jährlicher Rente abtritt. In einem Vergleich einigen sich die Parteien, daß für diese Zahlung eine beständige Vikarie am Altar der heiligen Jungfrau in der Domkirche zu des Knappen und seiner Vorfahren Seelenheil gestiftet werde. Der zu bestellende Vikar solle seine Einkünfte fürs erste aus der Mühle am Ratzeburger See, der sogenannten Fuchsmühle (molendina vulpis), beziehen, solange bis die sich in fremden Händen befindliche Herrenmole bei der alten Brücke vom Domkapitel zurückerworben werde.

Die Fuchsmühle, später Sandmühle genannt, liegt am Rand des damals weitausgedehnten Fuchswaldes. Die spätere Änderung des Namens in Sandmühle ist eine Folge der Rodung und kennzeichnet die Lage unterhalb des St. Georgsberges am Ufer des Küchensees („uffm Sande“ im Gegensatz zu „uffm Berge“).

 

Mehr zur Geschichte von St. Georgsberg und dem Kirchspiel in der  à  Chronik.

 

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